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Sprint Weltcup, März 2018, Oslo. Fotograf: Andrei Ivanov

WM Teilnahme in Antholz

WM Teilnahme in Antholz


WM Teilnahme in Antholz

23.02.2020

Ich konnte es kaum glauben, als ich unerwartet die Mitteilung bekam, an den Weltmeisterschaften in Antholz teilzunehmen und erstmals eine WM bei den «Grossen» bestreiten zu dürfen, bei welcher ich für den Sprint und als Staffelersatz vorgesehen war. Nicht nur die Strecke im italienischen Antholz war wegen der Höhenlage anspruchsvoll, sondern auch der Schiessstand wegen tückischen Bedingungen. Der Wind wechselte ständig, so dass es im Wettkampf unglaublich schwierig war, darauf zu reagieren und Einstellungen am Diopter vorzunehmen. Zudem war es nicht ganz einfach für mich, die imposante Zuschauertribüne mit den lauten Fans sowie die Wahnsinnsstimmung auszublenden. Während ich mich im Stehendanschlag sehr wohl fühlte, bekundete ich besonders liegend Mühe damit. Somit war es nicht überraschend, dass ich meine insgesamt zwei Fehler im Sprint während der ersten Schiesseinlage verfehlte. Damit sprang für mich nur ein Platz 71 heraus und mein Ziel mit der Qualifikation für den Verfolgungswettkampf verfehlte ich mit weniger als 20 Sekunden nur knapp. Da es im Team krankheitsbedingte Ausfälle gab, bekam ich ganz unerwartet am Vorabend des Einzellaufes die Mitteilung, auch dieses Rennen noch laufen zu dürfen. Wegen der kurzfristigen Information über einen Start und keiner optimalen Vorbereitung, konnte ich das Rennen locker und ohne jeglichen Druck angehen. Da es bei diesem Wettkampfformat pro Fehler eine Minute Zeitzuschlag gibt, ist ein gutes Schiessen von grossem Vorteil. Bis zur Wettkampfhälfte war ich mit einem Fehler in den Top 30 mittendrin und einen Coup schien für mich möglich zu sein, doch leider vergab ich diese schöne Ausgangslage in den letzten zwei Schiessen, was sehr ärgerlich war. Am Ende der WM kam ich durch die Ausfälle im Team sogar noch in der Staffel als Schlussläufer zum Einsatz. Dies war insgesamt mein bestes Rennen, weil ich nur einen Nachlader hinnehmen musste. Schade, dass das Schweizer Team auf den ersten zwei Ablösungen zu viele Strafrunden hinnehmen musste, so dass es am Ende lediglich zu Platz 15 reichte. Alles in allem war ich einigermassen zufrieden mit meiner ersten WM. Obwohl mir zwar in den Einzelrennen nie eine optimale Performance gelungen ist, konnte ich einiges lernen und zahlreiche wertvolle Erfahrungen sammeln, von welchen ich in Zukunft sicherlich noch profitieren kann.